Schmerz. Der Beginn von Veränderung.

Bevor man weiß, was man ändern möchte, steht meistens ein dumpfes Gefühl von: Etwas-stimmt-hier-nicht. Ein Gefühl, das sich jahrelang hinziehen kann, Stagnation und Krankheit verursacht und einem die Freude am Leben nimmt.

Ich weiß nicht genau, wann es bei mir angefangen hat. Ich war nach Wien gezogen und studierte. Es ergaben sich Praktika und daraus wurden Jobs, die mir eigentlich großen Spass machten. Ich lernte interessante Menschen kennen, ging viel aus und das Studium lief gut.

7fca2bd75cbeae12f530797c03c5eeebIch selbst konnte nicht ausmachen, was genau da nicht in Ordnung war. Aber der Gedanke, dass vor allem auch die berufliche Situation die nächsten Jahre so bleiben könnte, ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen.

Manchmal überfiel mich eine immense Traurigkeit, die mir jeden Zugang zum Fühlen versperrte. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt selbst nicht mehr gespürt. Ich stellte beinahe minütlich die Sinnfrage. Mich plagte die Sehnsucht die Welt zu „erkennen“, tätig sein zu können. Zweifel nagten an mir. Wie mache ich es richtig? Es. Das Leben. Teilweise war ich überinspiriert und wusste gar nicht wo anfangen, und an manchen Tagen Apathie und Verzweiflung. Einige Versuche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Tanzen bis die Glieder abfallen. Dazwischen viel Selbsthass in mannigfaltiger Ausprägung. Es wurde immer schlimmer.

EIN PUZZLE BAUEN OHNE DAS BILD ZU KENNEN.

Der Leidensdruck war enorm. Und das ist der Beginn. Wenn der Leidensdruck groß genug ist, bekommst du plötzlich wieder Energie und bist bereit etwas zu verändern. Auch wenn du am Beginn vielleicht noch gar nicht weißt, was genau. Es ist wie das Herumschieben von Puzzlestücken ohne zu wissen, was du eigentlich genau baust.

Dann wurde ich schwanger und plötzlich war meine Welt eine andere, denn während der Schwangerschaft entschloss ich mich, einen Yogakurs zu besuchen.
Ich begann mich wieder zu spüren. Auf einer ganzen und vollständigen Ebene. Meinen Körper, meinen Geist, den Atem, die Energie, die Emotionen. Und meine Spiritualität erwachte. Ich konnte die Welt plötzlich positiver wahrnehmen.

Und mir wurde klar, dass ich rauslassen muss, was mich lebendig sein lässt, was mich als Danja ausmacht. Meinen Hang zum Depressiv-Melancholischen genauso wie mein Übermaß an Spass und Ungestüm. Schizophren betrachte ich mittlerweile als Kompliment 😉

DICH SELBST LEBEN

Viele Menschen, die mich von früher kennen, meinen, ich hätte mich stark verändert.
Ich empfinde das nicht so. Ich bin die Gleiche, nur mein Blickwinkel hat sich verändert und ich kann die Extreme besser ausbalancieren. Ich wusste schon in den frühen Zwanzigern instinktiv, ich trage da etwas in mir, das ich weiter geben möchte, nur hatte ich dafür noch kein Sprachrohr gefunden.

Ich wollte für das „Gute“ arbeiten, ich hatte den Drang Menschen zu helfen, mal ordentlich auf den Tisch zu hauen und zu sagen: „Schau her, Leben muss gar nicht so grau sein!“
ce7bb8c7de686841d3f1ff33f9e2ff20

Yoga ließ mich genau das erfahren und ich wusste: Das wird mein Beruf. Ganz Pragmat, wollte ich ein wenig Zusatzinfo und startete ein halbes Jahr später die Ayurveda-Ausbildung. Ich verabschiedete mich langsam von meinem angestammten Job in der Kreativszene, zog um, arbeitete zuerst bei diversen Kurhotels als Entspannungstrainerin und begann nebenbei Yoga zu unterrichten. Alles fügte sich langsam zusammen, bis ich mich dann sicher genug fühlte, um mein eigenes Studio zu eröffnen.

TABULA RASA oder ALLES MIT BEDACHT?

Manche Menschen stehen auf riesige, dramatische Veränderungen, andere bevorzugen die langsame und sich natürlich entwickelnde Variante. Da gibt es kein richtig oder falsch, du sollst dich dabei wohl fühlen. Einfach ein für dich passendes Tempo auswählen und los gehts. Und das ist meist die erste Schwierigkeit bei Veränderungen. Wo anfangen? Man wird scheinbar erschlagen von der Vielzahl an Möglichkeiten und Entscheidungen die getroffen werden müssen, dass man schließlich als erstarrter Hase der Schlange ins Gesicht blickt.

Das Geheimnis: Einfach bewegen, nichts verkomplizieren, Kleinigkeiten, Babyschritte. Jeden Tag und bei jeder Entscheidung überlegen: „Wird es mir helfen, mein Ziel zu erreichen? Bringt es mich näher an meine Träume?“ Einfach ein bisschen in die richtige Richtung lehnen, wissen was du willst und dich vom Universum überraschen lassen.

Alles (aus) Liebe

Sei dabei!


Einsichten